Serie Relational Design

Teil 3/3: Invisible Complexity

Invisible Complexity

Nach dem Einblick in die Prozesse der Kommunikation und die neuen Erzählmechanismen nun ein weiterer, letzter und entscheidender Aspekt in der Kreation von Beziehungen.

In der digitalen Transformation zählt Technologie-Knowhow genauso wie Gestaltungs-Kompetenz.

Kreation und Technik miteinander zu verzahnen ist eine Entwicklung, die immer weiter vorangetrieben wird.

  • Agile Projektarbeit mit frühen Prototyping-Phasen wird zum Standardprozess – in den auch die Kunden involviert werden müssen!
  • „Design in the browser“: Starre Layouts werden abgelöst durch flüssige Designs in Echtzeit.
  • Off-Canvas Thinking: Beim Designprozess sind auch Elemente mit einzubeziehen, die außerhalb des aktuellen Sichtfelds liegen und erst zu gegebener Zeit in Erscheinung treten.

Neue Kommunikationsformen erfordern eine neue Typologie von Designelementen. In einem System individueller Komponenten sind hierbei exemplarisch 3 wesentliche Elemente zu nennen:

mcbw-three

Funktionales Design

Wenn man die Entwicklung hin zu einem funktionalen Design betrachtet waren „analoge“ Elemente lange Zeit auch im digitalen Design ein gängiges Gestaltungsprinzip. Maßgeblich durch Touchdisplays beeinflusst, entwickelte sich eine eigenständige Formensprache.

Nach dem Ende der verspielten Nachbildung analoger Elemente – dem sogenannten Skeuomorphismus – hielt das Flat Design mit iOS7 und Windows 8 Einzug ins Design.

Die teilweise radikale Einfachheit erschwert allerdings das Verständnis von gelernten Elementen wie zum Beispiel Buttons, die als solche nicht mehr erkennbar sind:

mcbw-buttons

Die gestalterische Wahrheit liegt in der Mitte. Die Herangehensweise ist vielmehr eine behutsame Verwendung von 3-Dimensionalität, Schatten- und Glanzeffekten – für ein spürbares User Interface.

Card Based Design

Cards haben ihren Ursprung im Social Web – bestes Beispiel: Pinterest – und haben sich seither auf Websites als kompakte Informationseinheiten, die Mobile- und touch-friendly sind, etabliert.

Cards

Mit solchen Microeinheiten lassen sich schnell Geschichten in flexiblen Formaten kommunizieren. Durch Klick auf eine Kachel wird diese vergrößert und zu einer Art Minisite, auf der Videos ablaufen oder Slideshows gezeigt werden können. Das Grid-Layout passt sich entsprechend flüssig und nahtlos an.

Microinteractions

Microinteractions spielen in einem System individueller Komponenten eine wesentliche Rolle, als interaktive Begleitelemente, die die Bedienung einer Website einfacher und übersichtlicher machen. Ein einfaches Beispiel für eine Microinteraction, die jeder kennt: Ziehen zum Aktualisieren auf dem Smartphone.

Für MSC Kreuzfahrten haben wir beispielsweise verschiedene Microinteractions realisiert.

MSC

  • Buchungsfunktionen und regionale Ansprechpartner sind über Slider von allen Seiten sofort zugänglich
  • Über interaktive Elemente werden Informationen auf der Startseite kompakt gebündelt und Detailebenen auf MouseOver sichtbar
  • Zusatzangebote wie die Newsletter-Anmeldung legen sich als Overlays über den aktiven Content

Bei Rosenthal Hotel ist ein Produktkatalog von ca. 4.000 Artikeln hinterlegt, die sich nach beliebigen Kriterien dynamisch filtern lassen. In der Artikelauswahl mit Detailinformationen sind verschiedene Funktionen hinterlegt, wie zum Beispiel ein Merkzettel, verwandte Produkte und eine Preisabfrage. Alle Informationen werden im Moment der Abfrage nachgeladen, so dass eine nahtlose User Experience erzielt wird

Fazit

Was lässt sich also unter dem Thema Invisible Complexity zusammenfassen?

  • Kreation und komplexer werdende Technologien werden enger miteinander  verzahnt
  • Flüssige Designs statt starrer Layouts sind das Designprinzip der Zukunft
  • Microeinheiten wie Cards bestimmen das System: funktional gestaltet, mit intelligenten Microinteractions

Über allem die funktionale Schlichtheit einer Designoberfläche, die vielschichtige Informationen einfach zugänglich macht.

Ein User Interface, das neugierig macht, das schnell und einfach ist. Das berührt und sich gut anfühlt.

Unsere Aufgabe ist es, diese beiden Seiten zusammen zu führen. Um das Potenzial zu nutzen, eine Kreation von Beziehungen schaffen – Beziehungen zwischen Menschen. Zwischen Menschen und Produkten. Und zwischen Kunden und Unternehmen.
Das ist Relational Design.

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