Design Trends 2016

#design #inspiration #user experience

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Wenn es nach dem chinesischen Horoskop geht, haben wir noch etwas Zeit bis zum Wechsel: Dort wird der Affe erst am 8. Februar das Schaf ablösen. Im Hinblick auf die Design Trends für das neue Jahr in der Onlinewelt könnte man sagen, 2016 ist das neue 2015. Will heissen: Auch wenn die mediale Versuchung jedes Jahr aufs Neue groß ist, pünktlich zum Jahresende bzw. -beginn neue Trends zu verkünden – gestalterische Entwicklungen lassen sich nicht saisonal einordnen.

2016 werden wir wie – in den Folgejahren wohl auch – vielmehr eine kontinuierliche Ausformung innerhalb einer gelernten Matrix erkennen, die sich zunehmend auf das Zusammenwachsen von unterschiedlichen Devices fokussieren wird.

Darin liegt auch letztlich die größte Herausforderung der Zukunft im Interactive Design: Eine universelle Systematik zu entwickeln, die aber Rücksicht auf die spezifischen Eigenschaften des jeweiligen Mediums nimmt. Mit dem Internet of Things (IoT), Wearables und VR-Anwendungen nimmt die Zahl der Devices stetig zu, auf denen interaktive Kommunikation nahtlos funktionieren muss.


Welche Trends werden sich also weiter ausformen und verändern?
Hier ist unser Blick in die Glaskugel 2016.


Think Big

1Think Big

Nachdem kleinteilige Designs bereits im vergangenen Jahr zunehmend auf dem Rückzug waren, setzt sich die Entwicklung hin zu einer klaren, übersichtlichen Gliederung von Inhalten und stark visuellen Interfaces fort. Großflächige „Hero“-Elemente in Kombination mit Kartenlayouts („Card Based Design“) unterstützen die inhaltliche Komposition und ermöglichen zudem eine einfache responsive Skalierung.

Universelle Interfaces

2Universelle Interfaces

Interfaces werden noch schlanker, intuitiver und funktionaler. Statt von Mobile First, Responsive oder „optimiert für…“ zu sprechen, wird von Interface Design ein universeller Einsatz erwartet. Zunächst auf mobilen Devices etablierte und gelernte Navigationselemente werden zunehmend in allen Anwendungen verstanden und benutzbar. Ein gängiges Beispiel ist das sogenannte „Hamburger Menü“, die drei kleinen waagerechten Striche am oberen Bildrand, die auf Klick weitere Interaktionen ermöglichen.

Kontinuität und Komplexität

3Kontinuität und Komplexität

Der Trend zum Endless (Infinite) Scrolling setzt sich fort, ob als mehrseitige Anwendung oder One Pager. Die Herausforderung besteht darin, lange Wege innerhalb der Seite zu vermeiden, indem Inhalte übereinander gelagert werden, um eine unsichtbare Komplexität zu erreichen. Additive Elemente wie Slides/Swipes und Parallax Scrolling verstärken dabei zusätzlich die User Experience und machen auch komplexe Anwendungen interaktiver und intelligenter.

Performance Design

4Performance Design

Der fortschreitende Trend zum Minimalismus ist auch der Tatsache geschuldet, dass Anwendungen immer performanter werden müssen. Eine schnelle Ladezeit sorgt nicht nur für kürzere mobile Wartezeiten und eine bessere User Experience, sondern wird auch mit einer besseren Platzierung in Suchergebnissen belohnt. In Anwendungen mit schnellen Bandbreiten und HD-Displays wiederum können Techniken wie hochauflösende Bilder und Videos ein dynamisches Storytelling immer besser unterstützen.

Feedback Design

5Feedback Design

Online-Prozesse intuitiv zu gestalten bleibt ein wichtiger Baustein in der User Experience. Benutzer erhalten auf Interaktionen sofort und in Echtzeit eine Rückmeldung, das heisst beispielsweise Formulareingaben werden live validiert, automatisch zwischengespeichert und Abfragen auf das Notwendige beschränkt. Mehrseitige Eingabeprozesse, die Eingaben wieder verwerfen gehören der Vergangenheit an.

Handwerk statt Template

6Handwerk statt Template

Weniger ein Designaspekt als vielmehr ein „Mindset“: Auch wenn die Möglichkeiten heute einfacher denn je sind, „aus dem Stand“ eine Website zu launchen, wird sich individuelles Design weiterhin behaupten. Authentische und einzigartige Markenwerte lassen sich nicht mit standardisierten Vorlagen realisieren.

Und jetzt?

Wenn man bedenkt, dass Steve Krug mit „Don’t make me think“ bereits 2000 die Anforderungen an intuitives Design beschrieben hat, stellt man fest dass die meisten der seinerzeit genannten Gesetzmäßigkeiten weiterhin Gültigkeit haben und die Entwicklung  dennoch – jenseits von Trends – immer weiter fortschreitet. Stets mit dem Ziel einer optimalen Benutzbarkeit durch den User!

Das chinesische Horoskop schreibt dem Affen Überschwang, Tempo und Motivation zu. Und die Fähigkeit, unkonventionelle Lösungen für alte Probleme zu finden.

In diesem Sinne auf ein kreatives Neues Jahr!

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