WordCamp Europa 2016: Ein Erfahrungsbericht

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Die Vorfreude ist groß, als wir nach 6 Stunden Zugfahrt am Bahnhof von Wien ankommen. Nach einem schnellen Frühstück geht es direkt weiter zum MuseumsQuartier, dem Konferenzgelände des diesjährigen WordCamps.

Das WordCamp Europa ist eine Konferenz rund um das Thema WordPress. Jedes Jahr trifft sich die WordPress-Community für mehrere Tage, um über WordPress zu reden. Kurzum die beste Gelegenheit, um mit Entwicklern, Designern, Bloggern und vielen anderen Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

 

Nach dem Opening von Petya Raykovska geht es für mich mit dem Vortrag Connected WordPress von Gary Pendergast los. Er stellt Überlegungen an, welche Chancen und Möglichkeiten sich für eine Software ergeben, die in mehr als 25% aller Internetseiten Anwedung findet.

Weiter geht es mit dem Vortrag von John Blackbourn, Moving forward with a mature platform. Passend zum vorherigen Vortrag geht er auf die in WordPress 4.4 eingeführten responsiven Bilder, die REST API, Lokalisierung bis hin zu den Meetups, WordCamps und natürlich Barrierefreiheit ein. Alles Punkte, die bei der (Weiter-)Entwicklung von WordPress bedacht werden.

Und auch Morten Rand-Hendriksen greift etliche dieser Punkte in seinem Vortrag Empathy and Acceptance in Design and Community auf. Kommunikation und Verständnis spielen eine immer wichtige Rolle, denn wir sind alle Individuen.

We are all different.
Empathy, on its own, is not a solution.
Empathy is the starting point for further exploration.

Für alle die tiefer in das Thema einsteigen wollen, empfiehlt er das Buch Design for real life von Eric Meyer und Sara Wachter-Boettcher.

 

Interview mit Matt Mullenweg

Wie jedes Jahr ist der Höhepunkt der Veranstaltung das Interview mit Matt Mullenweg, dem Gründer von WordPress und CEO von Automattic.

Er fordert (erneut) alle Entwickler auf, sich intensiv mit JavaScript zu beschäftigen, da er darin die langfristige Zukunft von WordPress sieht.

Die Blogger-Plattform Medium wird in dem Gespräch ebenfalls erwähnt, wobei Matt Mullenweg zwar von der Einfachheit des Veröffentlichens begeistert ist, dennoch aber keine Konkurrenz in der Plattform sieht.

Ohne eigene Themes und ernsthaftes Businessmodell ist der Preis für die Bequemlichkeiten des Veröffentlichens die Freiheit. Eine Freiheit die WordPress oder Tumblr seit Jahren erfolgreich gewährleisten.

Das komplette Interview kann auf WordPress.tv angesehen werden:

 

Mein persönliches Highlight des ersten Tages ist der Vortrag von Caspar Hübinger: Caring is the coolest thing I’ve ever seen anyone doThoughts on WordPress Plugin UI. Sehr anschaulich zeigt Caspar Hübinger auf, wie Entwickler von Plugins die Administration und Interaktion besser auf die Nutzer anpassen können. Eine weitere Meldung im Adminbereich ist nämlich nicht immer die beste Wahl.

 


Statische Mockups erzeugen nicht nur unrealistische Erwartungen beim Kunden, sondern spiegeln oftmals einfach nicht die Herausforderungen der Realität wieder.
In Moving the design process to the browser stellt Lucijan Blagonić seine Herangehensweise mit einem dynamischen Styleguide und Interface Inventory vor. So kann er Entscheidungen da treffen, wo diese auch eine Rolle spielen.

Make decisions where it matters.

Tomaz Zaman widmet sich mit You are too cheap einem Thema, das häufig unter den Tisch fällt. Ein motivierender Vortrag, der voller Zuversicht und Energie zu mehr Selbstbewusstsein aufruft.

Ergänzt wird er später von David Lockie mit The Discovery & Definition Approach to Project Planning. Er weist in seinem Vortrag auf das unterschiedliche Verständnis bei der Planung von Projekten hin. Damit Agenturen und Kunden besser miteinander kommunizieren können, verwendet er in seinen Projekten viel Zeit darauf, alle Punkte vorab zu klären, was maßgeblich zum Erfolg des jeweiligen Projekts beiträgt.

Daniel Bachhuber, einer der Entwickler hinter WP-CLI, spricht über seine Erfahrung bei der Arbeit mit Open Source Projekten. Der etwas entmutigende Titel des Vortrags My condolences, you’re now the maintainer of a popular open source project entpuppt sich als Vortrag der nicht nur Fragen aufwirft, sondern auch konkrete Lösungen aufzeigt. Auf jeden Fall empfehlenswert für alle, die bei der Arbeit im Bereich Open Source an die eigenen Grenzen stoßen.

Taylor Lovett bringt anschließend in Modernizing WordPress Search with Elasticsearch die Suchfunktion von WordPress auf das nächste Level. Mit ElasticPress ist sein Motto:

Think beyond search.

Zum Ausklang berichtet Pascal Birchler in einer Art Erfahrungsbericht von seinem Weg zum WordPress Core Committer. From Blogger to WordPress Core Committer, ist ein gutes Beispiel, wie man sich in WordPress einbringen kann, um selbst daran zu wachsen und davon zu profitieren.

Auf dem Contributor Day bietet sich dann auch gleich die Gelegenheit sich selbst mit einzubringen und etwas Neues dazu zu lernen.

 


Mein Fazit zum WordCamp 2016

Die Talks waren dieses Jahr deutlich weniger technisch, aber keineswegs weniger interessant. Es war klar zu erkennen, dass sich neben der technischen Sichtweise inzwischen auch ein Bewusstsein hinsichtlich der Kommunikation und Zugänglichkeit von WordPress herauskristallisiert hat.

Zudem hat es mich sehr gefreut viele neue Leute aus der Community kennenzulernen und etliche alte Bekannte zu treffen. Selbst von unserem Meetup aus München haben einige die Konferenz besucht. Alles in allem war das WordCamp ein voller Erfolg!
In diesem Sinne: See you next year in Paris!

 


Weitere Eindrücke vom WordCamp 2016

 

 


 

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